Einblick in die Finanzplanung
Das Investitionsvolumen der Gemeinde Eschenbach ist in den kommenden Jahren sehr hoch. Die Investitionsplanung zeigt, dass wir vor einem «Investitionsbuckel» stehen. Hohe Investitionen, insbesondere aufgrund der kürzlich verabschiedeten Liegenschaftsstrategie, fallen in die aktuelle Finanzplanperiode. Sie müssen weitgehend fremdfinanziert werden.
Trotzdem geht die langfristige Finanzplanung davon aus, dass der Steuerfuss unter gleichbleibenden Voraussetzungen bei 117 % gehalten werden kann.
Hohe Steuerkraft als starkes Fundament
Der Finanzhaushalt der Gemeinde Eschenbach ist gesund. Die Steuerkraft ist im Vergleich zum Kanton in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Erstmals seit der Totalrevision des innerkantonalen Finanzausgleichs im Jahr 2008 erhält Eschenbach im kommenden Jahr keine Beiträge mehr aus dem Ressourcenausgleich. Dies ist eine direkte Auswirkung der gestiegenen Steuerkraft, was im Grundsatz sehr erfreulich ist.
Verschuldung steigt mittelfristig an
Der kurz- bis mittelfristige Schuldenanstieg kann mittel- bis langfristig wieder abgebaut werden. Die Finanzplanung zeigt, dass es voraussichtlich ab dem Jahr 2034 wieder möglich sein wird, die Nettoverschuldung laufend zu reduzieren.
Aufgrund einer vorsichtigen Simulation steigen die Nettoschulden zwar zwischenzeitlich auf über Fr. 5'000.– je Einwohner an, reduzieren sich in der Folge dann aber bis ins Jahr 2046 kontinuierlich wieder auf das heutige Niveau. Und dies wie vorangehend beschrieben mit voraussichtlich gleichbleibendem Steuerfuss.
Wichtige Investitionen in die Zukunft
Grundsätzlich sind Schulden dann sinnvoll und wirtschaftlich gesund, wenn sie für zukunftsorientierte Investitionen aufgenommen werden, die über Jahrzehnte genutzt werden (Werterhalt und Infrastruktur). Diese Investitionen schaffen Gegenwert im Verwaltungsvermögen.
Schulden sind insbesondere dann gefährlich, wenn sie den finanziellen Handlungsspielraum einer Gemeinde dauerhaft einschränken oder für den laufenden Betrieb genutzt werden. Dies ist für Eschenbach nicht der Fall.
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Hintergrund Seit der Einführung von RMSG per 1. Januar 2019 werden die Vermögenswerte des Verwaltungsvermögens linear auf der Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Dies führte zu deutlich tieferen Abschreibungsquoten. Entsprechend fällt auch die Selbstfinanzierung tiefer aus, was bei gleichbleibenden bzw. höheren Investitionsvolumen folglich zu einer höheren Verschuldung führt. Wird Jahr für Jahr gleich viel abgeschrieben wie investiert, ergibt sich dadurch keine Neuverschuldung. In Jahren, in welchen die Nettoinvestitionen höher als die Selbstfinanzierung sind, steigt die Verschuldung entsprechend an. Mit dieser Sachlage steht Eschenbach nicht allein da. Viele Gemeinden sehen sich bei aktuell tiefen Abschreibungsquoten einem erheblichen Investitionsbedarf im Bereich der kommunalen Infrastruktur konfrontiert. |