Ein Tag auf Kehricht-Tour

12. Oktober 2026
Anlässlich der Wortmeldungen in Zusammenhang mit dem geplanten Unterflurcontainer-Projekt an der Bürgerversammlung vom 4. Dezember 2025, hat Gemeinderat Marcel Rohner versprochen, sich ein eigenes Bild aus der Praxis zu machen. Dies wurde nun eingelöst.

Die Redaktion hat mit Marcel Rohner gesprochen und seine Eindrücke abgeholt:

Was waren die wesentlichsten Erkenntnisse von diesem Tag?
Dass unser Vorhaben, die ganze Gemeinde mit Unterflurcontainern (UFC) auszustatten, die richtige Entscheidung war.

Es gab aber an der Bürgerversammlung verschiede Wortmeldungen, u.a. von Kehrichtwagen-Chauffeuren, welche sich vom Vorhaben nicht begeistert gezeigt haben.
Ja, diese Bedenken habe ich sehr ernst genommen. Die triefenden Flüssigkeiten und Maden beim Entleeren sind mir stark in Erinnerung geblieben. Fakt ist, dass es verschiedene Unterflurysteme gibt. Wir haben an diesem Tag drei UFC geleert. Einer davon hatte kein Ablaufsystem, wobei die genannten Probleme tatsächlich zum Vorschein kamen. Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass bei UFC-Systemen mit Ablauf – wie sie in unserem Konzept vorgesehen sind – diese Problematiken nicht vorhanden oder sicher stark reduziert sind.

Zusätzliche Bedenken wurden geäussert in Bezug auf vermehrte Fehlwürfe (nicht Gebührensäcke). Wie war hier deine Wahrnehmung?
Dazu darf ich feststellen, dass die Bürgerinnen und Bürger, welche ihren Kehricht in den drei geleerten UFC entsorgt haben, sehr vorbildlich sind. Wir konnten keinen Fehlwurf identifizieren. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön. Thomas, der an diesem Tag mit mir auf dem Lastwagen unterwegs war, hätte Fehlwürfe aber sehr gut im Griff gehabt. Er kontrolliert bei der Entleerung den Abfall genau und würde, sofern möglich, einen Fehlwurf aussortieren und vor Ort stehen lassen.

Auf der Verwaltung gehen manch mal Meldungen ein zu gefährlichen Lastwagenmanövern. Ist das Tatsache oder übertrieben?
Leider ist es in der Tat so, dass die Chauffeure zum Teil rückwärts in Sackgassen manövrieren müssen, weil es nicht überall geeignete Wendepunkte gibt. Hier können durchaus gefährliche Situationen entstehen – insbesondere dann, wenn zeitgleich Kinder auf dem Schulweg unterwegs sind. Dies muss in der Verkehrsplanung dringend berücksichtigt werden, um solche Manöver zu eliminieren.

Wie geht es nun weiter mit dem UFC-Konzept?
In den nächsten Wochen wird die Projektfreigabe im Gemeinderat behandelt und dann starten wir mit der 1. Etappe, welche an der Bürgerversammlung vom 4. Dezember 2025 bewilligt wurde.

Gibt es weitere Erkenntnisse, welche du an diesem Tag sammeln konntest?
Da gibt es einige. Allem voran, dass die Arbeit der Chauffeure und Spetter (Mitarbeiter hinten auf dem Lastwagen) grössten Respekt verdient. Das ist tägliche Knochenarbeit – egal bei welchem Wetter. So habe ich meinen Bürojob nach dieser Erfahrung gleich noch mehr geschätzt.

Aber auch das Trennverhalten hat mich zum Teil sehr erstaunt. 90% der Bürgerinnen und Bürger entsorgen korrekt, aber es gibt immer noch solche, welche alles – aber auch wirklich alles (Glas, Alu, Metall, Styropor, Karton, Papier, etc.) – im normalen Abfall entsorgen. Dafür haben wir doch Entsorgungsplätze oder den Entsorgungspark. Nutzen Sie bitte dieses umfassende Angebot. Die Entsorgungs-Mitarbeitenden und auch die Umwelt werden es Ihnen danken.
 

Marcel Rohner auf Kehricht-Tour